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Die blutrünstige Rache der Tigerfrau

In den Goldenen Zwanzigern verewigte sich das schillernde Hollywood Showgirl Clara Phillips mit dem brutalen Mord an der 19 Jahre alten Bankangestellten Alberta Meadows, der angeblichen Geliebten ihres Ehemannes Armour Lee Phillips, in die amerikanische Kriminalgeschichte. Die blutrünstige Tat schockierte 1922 die Nation, da diese einem Angriff eines Tigers glich, der sein Opfer zerfleischte, weshalb Clara von den Medien den Spitznamen „Tiger Woman“ erhielt. Denn Clara hatte mit einem Klauenhammer über 50 Mal auf ihr Opfer eingeschlagen, dessen gesamtes Gesicht zerfetzt wurde. Danach warf sie einen 23 Kilogramm schweren Felsbrocken auf den Körper der jungen Frau, um sicher zu sein, dass diese tatsächlich tot war. Das erschreckende an dem Mord war, dass dieser nur auf Gerüchten über eine Affäre ihres Ehemannes basierte, die frei erfunden waren. Das Unglück nahm seinen Lauf, als Clara im Juli 1922 zufällig ein Gespräch ihrer Nachbarin mithörte, in dem diese darüber klatschte, dass Claras Ehemann Armour eine Affäre mit der jungen Witwe Alberta Meadows hatte, deren Mann ein Jahr nach ihrer Hochzeit bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war. Clara war fuchsteufelswild, die nur eins im Sinn hatte, ihre Nebenbuhlerin zu beseitigen. Aus diesem Grund suchte sie am 10. Juli 1922 einen Gemischtwarenladen auf. In der Eisenwarenabteilung fiel ihr ein Klauenhammer in die Hände, der ihr als perfekte Mordwaffe erschien. Unverblümt fragte Clara den Verkäufer, ob man damit eine Frau töten kann. Der Verkäufer glaubte an einen Scherz, antwortete aber, dass es durchaus möglich sei. Clara kaufte daraufhin den Klauenhammer für 15 Cent. Am nächsten Tag traf sich Clara mit ihrer Freundin Peggy Caffee, ebenfalls ein Showgirl in einer Flüsterkneipe in Long Beach. Sie erzählte ihr von der heimlichen Geliebten ihres Ehemannes, worauf beide zu Albertas Arbeitsplatz fuhren. Clara gab vor betrunken zu sein und bat Alberta, sie zu ihrem Haus in den Montecito Heights zu fahren, was damals eine abgelegene Gegend war. Alberta hatte Mitleid mit den beiden Frauen und nahm diese in ihrem brandneuen Ford mit. Am Fuße eines Hügels einer kurvenreichen Schotterstraße sollte Alberta anhalten. Während Peggy im Auto blieb, wollte sich Clara unter vier Augen mit Alberta unterhalten. Sie stiegen aus und Clara konfrontierte Alberta mit den Affärengerüchten, die diese vehement bestritt. Doch Clara ließ sich nicht besänftigen, die über 50 Mal mit dem Klauenhammer auf Alberta einschlug. Anschließend rollte sie einen 23 Kilogramm schweren Felsbrocken auf ihren Körper. Peggy beobachtete die Tat vom Auto aus, wagte es aber nicht, Clara zu stoppen, aus Angst selbst von dieser getötet zu werden. Nach dieser Wahnsinnstat fuhren beide mit Albertas Auto zurück. Blutüberströmt kehrte Clara nach Hause zurück und berichtete ihrem Ehemann lachend von der Tat. Dieser war zwar geschockt, half aber Clara trotzdem, Beweise zu vernichten. Am nächsten Tag setzte er Clara in den Zug nach Texas. Danach meldete er den Mord den Behörden, woraufhin Clara am 14. Juli in Tucson im US-Bundesstaat Arizona verhaftet wurde. Ihr anschließender Prozess war ein gefundenes Fressen für die Medien, nicht nur wegen der Brutalität, sondern auch deshalb, da Claras Ehemann von den Mellons abstammte. Diese Bankiers- und Öldynastie aus Pittsburgh gehörte zu einer der mächtigsten Familien der USA. Armour stammte jedoch nur aus einem armen Zweig der Familie aus Texas, dennoch spielte sich der Mord in den höchsten Kreisen Amerikas ab. Die Mischung aus Glamour, Macht und Mord sorgte für Schlagzeilen, in dessen Mittelpunkt die sowohl entzückende, als auch eiskalte Clara stand, die fast schon Züge einer Psychopathin aufwies. Clara Anne Weaver erblickte am 23. Juni 1894 als eines von fünf Kindern von John Weaver und Anna Jackson das Licht der Welt. Ihre Familie zog häufig innerhalb von Texas um, bis sie sich schließlich in Houston niederließen, als Clara ein Teenager war. In Houston lernte sie Armour Lee Phillips kennen. Beide Teenager verliebten sich ineinander, die am 14. Mai 1918 den Bund fürs Leben eingingen. Kurz danach zog das frisch gebackene Ehepaar nach Los Angeles. Während Clara von einer Karriere als Hollywood-Schauspielerin träumte, strebte Armour eine Karriere in der Ölindustrie an, der sich als talentierter Hochstapler und Betrüger bald schon einen Namen machte. Clara ergatterte schon bald eine Stelle als Showgirl im Pantages Theatre in Hollywood, wo sie sich ständig mit anderen Showgirls in den Haaren lag. Außerdem arbeitete Clara als Modell für Mack Sennett in einem seiner Werke über die Sennett Bathing Beauties. Doch trotz ihres luxuriösen Lebens kollidierten Claras Arbeitszeiten mit Armours Lebensstil, was häufig zu Streitigkeiten führte. Die Gerüchte über eine vermeintliche Affäre Armours mit der jungen Bankangestellten Alberta Tremaine Meadows machten die Sache nicht besser. Clara galt als aufbrausende Persönlichkeit mit einer blühenden Fantasie, die sogar Geschichten über ihre Entführung als Kind erfand, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Kein Wunder, dass Clara nach dem Mord das Rampenlicht genoss. Ihr Prozess begann am 17. September 1922 und ging als einer der meistbeachteten Prozesse der Zeit in die Geschichte ein. Claras Freundin Peggy Caffee sagte gegen sie aus, während Clara versuchte, die Schuld auf Peggy abzuwälzen. Letztendlich wurde Clara des Mordes zweiten Grades für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Doch Clara gab sich nicht geschlagen. Am 5. Dezember 1922 entkam sie aus dem Gefängnis, nur um wenige Monate später, im April 1923, in Tegucigalpa in Honduras, erneut gefasst zu werden. Ihre Fluchtpläne, die sie gemeinsam mit ihrer Schwester Etta Mae Jackson und dem Journalisten Jesse Carson geschmiedet hatte, scheiterten letztlich an den Behörden. Sie wurde schließlich nach Kalifornien zurückgebracht und war bis 1932 Insassin im San Quentin State Prison. Danach wurde sie in die kalifornische Frauenanstalt in Tehachapi verlegt. Während ihrer Haftzeit begann Clara eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Am 17. Juni 1935 wurde Clara schließlich aus der Haft auf Bewährung entlassen, die längst von Armour geschieden war. Über ihr späteres Leben ist wenig bekannt. Es wird spekuliert, dass sie ihren Namen änderte und zuletzt 1961 in Texas gesehen wurde. Sie wurde nach ihrem Tod am 21. Juni 1969 unter dem Namen Ann C. Weaver im Greenwood Memorial Park in San Diego im Bundesstaat Kalifornien beigesetzt. Clara Phillips‘ Geschichte bleibt ein finsteres Kapitel der Kriminalgeschichte, ein Beweis dafür, wie tief menschliche Grausamkeit gehen kann – selbst hinter der glamourösen Fassade einer Showgirl-Karriere.

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