Start / akteQ / Weitere spannende Kriminalgeschichten / Der Thrill Killer: Richard Fran Biegenwald

Der Thrill Killer: Richard Fran Biegenwald

Ein berüchtigter amerikanischer Serienkiller war Richard Fran Biegenwald, besser bekannt als der Thrill Killer. Dieser tötete zwischen 1958 bis 1983 im Monmouth County im US-Bundesstaat New Jersey mindestens 9 Menschen. Die dunkle Geschichte Biegenwalds ist jedoch weit mehr als nur eine Anekdote über eine Handvoll Morde—es ist die Erzählung eines Lebens voller Gewalt und Grausamkeit. Richard Fran Biegenwald wurde am 24. August 1940 im Rockland County geboren, der in einem Umfeld aufwuchs, das von Gewalt geprägt war. Sein alkoholkranker Vater fügte ihm seit seiner Geburt regelmäßig körperliche Misshandlungen zu. Dies führte dazu, dass Biegenwald schon früh mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Im Alter von fünf Jahren setzte er sein Zuhause in Brand und wurde anschließend im Rockland County Psychiatric Center zur Beobachtung untergebracht. Bereits mit acht Jahren war er dem Alkohol verfallen und hatte mit dem Glücksspiel begonnen. Als er neun Jahre alt war, durchlief er Elektroschocktherapien am Bellevue Hospital in New York. Diese traumatisierenden Erlebnisse führten dazu, dass Biegenwald schließlich ins State Training School for Boys in Warwick, einer Erziehungsanstalt für Jungen, eingewiesen wurde. Hier setzte sich sein kriminelles Verhalten fort, indem er stahl und andere Insassen zur Flucht anstachelte. Während seiner Besuche bei seiner Mutter, stahl er deren Geld. Im Alter von elf Jahren beging Biegenwald einen weiteren Akt der Selbstzerstörung, indem er sich selbst im Haus seiner Mutter in Brand setzte. Trotz seines impulsiven und selbstzerstörerischen Wesens schaffte er es, mit sechzehn Jahren die achte Klasse abzuschließen und wurde aus der Trainingsschule entlassen, um die High School zu besuchen. Allerdings brach er diese nach wenigen Wochen ab und entfloh erneut den Fesseln der Konformität. Nachdem er die Schule verlassen hatte, zog Biegenwald nach Nashville in den US-Bundesstaat Tennessee, wo er zwei Jahre blieb und schließlich ein Auto stahl. Bundesagenten nahmen ihn in Kentucky fest, als er das gestohlene Fahrzeug über die Staatsgrenzen transportierte. Nach seiner Rückkehr nach Staten Island im Jahr 1958 stahl er erneut ein Auto und fuhr nach Bayonne im US-Bundesstaat New Jersey. Hier begann seine mörderische Karriere. Am 18. Dezember 1958 betrat er mit seinem Komplizen Frank Spardoff ein Lebensmittelgeschäft, um dieses auszurauben. Dabei tötete er den Inhaber, Stephen Sladowski. Zwei Tage später wurde er nach einer Schießerei mit der Polizei in Salisbury gefasst und zurück nach New Jersey gebracht, wo er wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Nach 17 Jahren wurde er 1975 auf Bewährung freigelassen. Nach seiner Freilassung arbeitete Biegenwald zunächst in verschiedenen Gelegenheitsjobs und hielt sich bedeckt. Jedoch holte ihn seine dunkle Vergangenheit wieder ein. 1977 wurde er des sexuellen Übergriffs verdächtigt und wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen gesucht. Obwohl er 1980 in Brooklyn wegen Vergewaltigung einer jungen Frau festgenommen wurde, scheiterte die Identifikation durch das Opfer, und er wurde freigelassen. In Freiheit beging er zwischen 1978 bis April 1982 drei weitere Morde, mit denen er aber erst viel später in Verbindung gebracht wurde. Einer davon war der Mord an John P. Petrone, einem Ex-Häftling und ehemaligen Polizeiinformanten im Juni 1978. Dieser war auf einem stillgelegten Flugplatz in Flemington erschossen worden. Am 1. November 1981 ermordete er Maria Ciallella, deren Leiche er auf dem Grundstück seiner Mutter vergrub. Am 8. April 1982 erstach er Deborah Osbourne, deren Leiche er über die von Ciallella stapelte. Zwischen diesen Morden heiratete Biegenwald, der mit seiner Frau nach Asbury Park zog. Hier knüpfte er Kontakte zu Dherran Fitzgerald, der eine bedeutende Rolle in seinen zukünftigen Verbrechen spielte. Ein Jahr später, im Januar 1983, entdeckte eine Gruppe von spielenden Kindern die Leiche der 18-jährigen Anna Olesiewicz in einem Waldstück hinter einem Burger King Restaurant in Ocean Townshipan. Der jungen Frau war vier Mal in den Kopf geschossen worden. Biegenwald hatte das junge Mädchen auf der Promenade von Asbury Park angesprochen und in sein Auto gelockt. Biegenwald wurde ebenfalls verdächtigt, aber nie angeklagt, die 17 Jahre alte Virginia Clayton getötet zu haben. Diese war am 8. September 1982 entführt und ermordet wurde. Ihre Leiche wurde drei Tage später, vier Meilen entfernt vom Fundort von Petrones Körper entdeckt. Doch trotz Tatverdacht wurde Biegenwald nie angeklagt. Alles kam ans Licht, als eine Freundin seiner Frau zur Polizei ging, nachdem Biegenwald ihr eine weitere weibliche Leiche gezeigt hatte, die in seiner Garage versteckt war. Am 22. Januar 1983 umstellte die Polizei Biegenwalds Haus. Mithilfe eines Tricks gelang es ihnen, ihn aus seinem Haus zu locken und ihn festzunehmen. Auch Fitzgerald wurde an jenem Tag verhaftet. Im Haus fand man eine große Menge Waffen und illegale Drogen, darunter Rohrbomben, Handfeuerwaffen, Gewehre, Schrotflinten, ein Maschinengewehr, Rohypnol, Chloralhydrat, Marihuana, eine lebendige Puffotter, ein Giftentnahmegerät sowie Pläne von mehreren prominenten Gebäuden und Geschäften in der Region. Während der Verhöre offenbarte Fitzgerald der Polizei die Existenz einer dritten Leiche, die Biegenwald ihm in seiner Garage gezeigt hatte. Fitzgerald gab auch an, bei der Entsorgung einer weiteren Leiche geholfen zu haben, die Biegenwald zuvor im Keller des Hauses seiner Mutter auf Staten Island begraben hatte. Bei den Ermittlungen fand die Polizei schließlich insgesamt neun Opfer, darunter William Ward, ein Gefängnisausbrecher, den Biegenwald vier- oder fünfmal in den Kopf geschossen hatte und dessen Leiche in einem flachen Grab in Neptune City gefunden wurde. Da die Beweise nur für fünf Mordanklagen ausreichten, wurde Biegenwald letztendlich wegen fünffachen Mordes ersten Grades angeklagt. Fitzgerald wandelte seine Aussagen in ein Geständnis um und kooperierte mit den Behörden. Biegenwald wurde zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde später in vier lebenslange Haftstrafen ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umgewandelt. Am 10. März 2008 wurde Biegenwald vom Gefängnis in das St. Francis Medical Center in Trenton verlegt, wo er an einer Kombination aus Atemversagen und Nierenversagen starb. Damit endete diese düstere Kapitel in der amerikanischen Kriminalgeschichte endgültig. Doch bis heute ist die Geschichte von Richard Fran Biegenwald eine von unvergleichlicher Bosheit und Wahnsinn sowie ein bleibendes Mahnmal für die Dunkelheit, die sich hinter menschlichen Masken verbergen kann.

Markiert:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert