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Dunkle Weihnachten: Der brutale Rentnermord im Taunus

In der beschaulichen Kleinstadt Friedrichsdorf bei Bad Homburg im Taunus erinnert man sich noch lebhaft an die erschütternden Ereignisse, die Weihnachten 2005 in einen Albtraum verwandelten. Es war ein Verbrechen, das nicht nur wegen seiner Brutalität, sondern auch wegen der bizarren Umstände bis heute für Schlagzeilen sorgt. Die Geschichte dreht sich um Sex, Hass und eine alte Heizung – und endete mit dem grausamen Mord an dem 66-jährigen Rentner Erhard Graenzer. Erhard Graenzer, ein ehemaliger Handwerker im Ruhestand, lebte allein in seinem Einfamilienhaus, als er eine verhängnisvolle Beziehung einging. Seine Geliebte, eine 40-jährige Frau, hatte zuvor als Prostituierte gearbeitet. Trotz ihrer turbulenten Vergangenheit verliebte sich Graenzer hoffnungslos in sie. Die Beziehung ging so weit, dass er erwog, sein gesamtes Vermögen ihrem erst 11-jährigen Sohn zu hinterlassen. Als die Frau ankündigte, sich von ihrem Ehemann zu trennen, öffnete Graenzer ihr nicht nur die Türen seines Hauses, sondern auch seines Herzens, indem er ihr eine Wohnung in seinem Haus im 1. Obergeschoss zur Verfügung stellte. Diese Konstellation führte jedoch zu einem unvorhersehbaren Drama. An Heiligabend spitzte sich die Situation zu, als die Frau beschloss, einen anderen Bekannten mit in die Wohnung bringen zu wollen. Graenzer, der von Eifersucht geplagt war, warf sie kurzerhand aus dem Haus. Diese Handlung entfachte einen unbändigen Zorn in ihr. In blinder Wut fuhr sie zu ihrem Noch-Ehemann und gemeinsam fassten sie den mörderischen Plan, Graenzer aus dem Weg zu räumen. Fest entschlossen setzten sie diesen fünf Tage später in die Tat um. Die Frau schleuste ihren Mann heimlich in Graenzers Haus, der sich im Schlafzimmer versteckte. Dann rief sie den Rentner unter dem Vorwand eines Heizungsproblems zu sich. Als dieser sich arglos über die Heizung beugte, sprang der Mann aus seinem Versteck und schlug mit erschreckender Gewalt zu – bis zu 20 Mal traf der Baseballschläger Graenzers Kopf. Doch damit nicht genug: Um sicherzugehen, dass ihr Opfer keine Überlebenschance hatte, stachen beide mehrfach mit einem Küchenmesser auf Graenzers Brust und Hals ein. Der anschließende Anblick war nichts für schwache Nerven. Die Leiche wurde in den Keller geschleppt, wo die Frau mit einer Axt und einer elektrischen Fuchsschwanzsäge Graenzers Körper zerteilte und in Plastiksäcke packte. Da ihr Noch-Ehemann ihr nicht bei der Beseitigung der Leiche helfen wollte, rief sie in ihrer Verzweiflung einen Bekannten an, der ihr zur Hand gehen sollte. Der Bekannte handelte geistesgegenwärtig und alarmierte sofort die Polizei. Dank seines schnellen Handelns wurden die Täter bald darauf festgenommen und einer gerechten Strafe zugeführt. Das Haus, in dem dieses unfassbare Verbrechen stattfand, stand noch viele Jahre leer, da niemand bereit war, es zu kaufen. Es galt seit der Tat als Horrorhaus, in dem keiner wohnen wollte. Nach langer Suche und ergebnislosem Verkauf, wurde beschlossen, das Gebäude abzureißen. Somit verschwand der Schauplatz der grausamen Ereignisse, während die Erinnerungen daran unauslöschlich im kollektiven Gedächtnis der Stadt eingebrannt bleiben. Denn solche Verbrechen ereignen sich glücklicherweise sehr selten im idyllischen Taunus, weshalb der Fall des Erhard Graenzer bis heute noch für Gesprächsstoff sorgt. Er dient als Mahnung, wie Liebe in Obsession umschlagen kann und welche zerstörerischen Kräfte in der menschlichen Natur verborgen liegen können. Die Geschichte verdeutlicht, wie gefährlich zwischenmenschliche Beziehungen werden können, wenn sie von unkontrollierter Leidenschaft und Missgunst getrieben werden. Friedrichsdorf wird Weihnachten 2006 nie vergessen – ein dunkler Schatten, der den Ort untrennbar mit einem der brutalsten Morde der Region verbindet.

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