Das Skelett

Im September 1994 machte die Zahnärztin Marion R. mit ihrem Hund einen Spaziergang, als sie im Tagebau Zwenkau bei Leipzig ein menschliches Skelett entdeckte, das in einen Teppich eingewickelt war. Sofort alarmierte sie die Polizei. Die Gerichtsmedizin stellte fest, dass es sich um einen etwa 1,85 Meter großen Mann, der ungefähr 35 Jahre alt war, handelte, der durch 3 Kopfschüsse getötet worden war und bereits seit zwei Jahren dort gelegen haben musste. Doch wer war dieser Mann? Zwar wurde eine Platte im linken Unterschenkel des Mannes mit dem Schriftzug nrw 119 gefunden, die bei einer Operation eingesetzt worden war. Doch trotz diesem Hinweis rätselte die Leipziger Mordkommission weiterhin, wer der Tote war. Bis einer der Mordermittler bei einem Sektempfang den amerikanischen Vizekonsul kennenlernte, der ihm die Hilfe des FBI anbot. So wurde der Schädel zusammen mit den Ermittlungsakten an die Body-Farm in Washington D.C. gesandt. Dort wurde in einem Speziallabor ein Weichteilmodell hergestellt, in dem das Aussehen des Toten rekonstruiert wurde. Mit diesem Phantombild wandte sich die Leipziger Mordkommission mithilfe der mitteldeutschen Medien an die Öffentlichkeit und tatsächlich erkannte ein früherer Freund das Opfer. Endlich konnte der Tote als der 33 Jahre alte Matthias Banek identifiziert werden. Dieser wurde 1958 in Chemnitz geboren und fiel schon zu DDR-Zeiten wegen seiner kriminellen Tätigkeiten auf. Matthias Banek, der keinen festen Wohnsitz hatte, war Mitglied einer 6-köpfigen Gang, darunter zwei Frauen, die Raubüberfälle und Einbrüche begingen. Nach einem Einbruch im April 1992 in ein vietnamesisches Teppichlager, drohte er die Gang auffliegen zu lassen, da seiner Meinung nach die Beute ungerecht aufgeteilt worden war. Die anderen Gang-Mitglieder, außer einer der beiden Frauen, beschlossen daraufhin Matthias aus dem Weg zu räumen. Ausführen sollte den Mord der erst 23 Jahre alte Mike. Matthias wurde am 19. April 1992 zwischen 2 und 3 Uhr morgens im Schlaf durch 3 Schüsse in seinen Kopf in Mikes Wohnung in Lindenau von diesem erschossen und am 20. April 1992 in einen Teppich gewickelt im Tagebau Zwenkau begraben. Im Frühjahr 2000 begann der Prozess gegen die Angeklagten vor dem Leipziger Landgericht. In diesem wurden 4 Bandenmitglieder am 17. Juni 2000 wegen dem gemeinschaftlichen Mord an Matthias Banek, obwohl nur Mike geschossen hatte, verurteilt, da diese die Tat gemeinsam geplant hatten. Die Strafen lagen zwischen 10 und 12 Jahren. Damit war das Rätsel um das Skelett endgültig geklärt worden.

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