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Das Gemetzel von Roermond

Die Stadt Roermond, die in der niederländischen Provinz Limburg, an der Grenze zu Deutschland und nahe Belgien liegt, war einst der Schauplatz eines blutigen Massakers, bei dem 13 Priester und Klosterbrüder am 27. Juli 1572 während des Achtzigjährigen Krieges, der auch Spanisch-Niederländischer Krieg genannt wird, niedergemetzelt wurden. An jenem Tag eroberte Prinz Wilhelm von Oranien mit seinem Heer die Stadt, die sie anschließend gnadenlos plünderten und dessen protestantische Soldaten die katholischen Kirchen und Klöster angriffen, die ihnen den Einzug in die Stadt verwehrt hatten. Dieses Gemetzel hielt der Kartäusermönch Arnoldus Havensius in seinem Buch „Historica relatio duodecim Martyrum Cartusianorum“ fest, das zu einem absoluten Kassenschlager wurde. Bis heute können die Gebeine der getöteten Märtyrer von Roermond in der Caroluskapelle besichtigt werden. Prinz Wilhelm von Oranien war einst selbst Statthalter der Spanischen Krone in den Niederlanden, der die Freiheitsbewegung seit 1568 anführte und deshalb als Spaniens Staatsfeind Nummer 1 galt. Denn die Niederlande gehörten wie Belgien, Luxemburg und ein Teil Nordfrankreichs zum Heiligen Römischen Reich, die vom spanischen Zweig der Habsburger regiert wurden. Im Zuge der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zur Verbreitung des Calvinismus, dessen Anhänger, die Calvinisten, gegen die spanische Regierung protestierten. Als 1572 die Provinzen Zeeland und Holland von ihnen erobert wurden, wurde Wilhelm I. von Oranien als Staathalter der befreiten Provinzen gewählt, weshalb König Philipp II. diesen unbedingt aus dem Weg schaffen wollte. Er setzte ein Kopfgeld in Höhe von 25.000 Goldkronen auf ihn aus und garantierte eine Generalamnesie sowie eine Ernennung in den Adel. Am 10. Juli 1584 nach vielen missglückten Mordversuchen, wurde Wilhelm von Oranien im Alter von 51 Jahren im Treppenhauses des Prinzenhofes von Delft getötet. Sein Mörder war Balthazar Gérard, der ihn mit 3 Schüssen hinrichtete. Auf dessen Flucht wurde er vom Pferd gerissen und arretiert. Unter Folter gestand Balthazar Gérard, der ein fanatischer Katholik war, seinen Erzfeind, Wilhelm von Oranien, ermordet zu haben. Nach dessen Geständnis wurde Gérard zum Tode verurteilt. Ihm wurde zunächst seine Tathand mit glühendem Eisen ausgebrannt. Danach wurde er auf das Rad gebunden, wo ihm die Henker mit Schlägen die größeren Knochen brachen, um ihn anschließend auf das Rad zu flechten. Zum Schluss zerrissen 4 Pferde seinen Körper in Teile. Die Belohnung für den Mord erhielten dessen Eltern, die das Geld und einen Adelstitel verliehen bekamen. Der Mord an Wilhelm von Oranien gilt als einer der berühmtesten in der niederländischen Kriminalgeschichte.

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